Hilfstransport nach Rumänien

Technischer ZugHilfstransport nach RumänienNach tagelangen Regenfällen im Westen Rumäniens lieferte das Technische Hilfswerk Desinfektionsmittel aus Beständen der Bundesrepublik Deutschland.

 

16. Mai 2006:
Nach tagelangen Regenfällen im Westen Rumäniens sind weite Teile in dieser Region überschwemmt worden. Die Schäden sind auf die hochwasserführende Donau zurückzuführen.

Die rumänische Regierung hat daraufhin ein Hilfeersuchen an das Monitoring and Information Centre (MIC) der Europäischen Union gestellt. Dieses leitete es an die Bundesregierung weiter, welches dem Ersuchen statt gab und das Technische Hilfswerk (THW) mit der Durchführung in enger Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), dem Gemeinsamen Lagezentrum von Bund und Ländern (GMLZ) beim BBK und den rumänischen Behörden beauftragte.

Die Operationszentrale (OPZ) der THW-Leitung in Bonn übertrug den Auftrag an den örtlich nächsgelegenen Landesverband = Bayern. Dieser wiederum gab den Auftrag an die Geschäftsstelle Nürnberg ab, die über das erforderliche Gefahrgutpersonal verfügt.

Der Auftrag lautete, den Transport in Absprache mit dem Referat E 4 (Logistik) durchzuführen und die Zoll- sowie Gefahrgutdeklaration in eigener Zuständigkeit sicherzustellen.

Was sollte nun geliefert werden?
a) 80 Karton (= 1 Tonne) Chlortabletten zur Trinkwasseraufbereitung und
b) 5 to (= 100 Fässer) Chlorkalk zur Desinfektion von kontaminiertem Gelände

Die Hilfsgüter stammen aus den Beständen der Bundesrepublik Deutschland.

Nachdem die Vorbereitungen abgeschlossen waren, starteten die beiden Fahrer Stefan Biermann (OV Erlangen) und Markus Schmidt (GSt Nürnberg) am Donnerstag, dem 18. Mai 2006 um 7:30 Uhr in Nürnberg. Zunächst wurde im OV Pfaffenhofen (Ilm), GFB Ingolstadt, ein geeigneter LKW mit Schlafkabine übernommen, bevor es zum Lager des BBK nach Niederaichbach bei Landshut weiterging.

Leider konnten die Fässer nicht wie geplant gestapelt werden, so dass, um die notwendige Ladekapazität zu erreichen, kurzfristig noch ein Anhänger vom Ortsverband Altötting nachgeführt werden musste. Das Laden ging anschließend zügig über die Bühne.

Nun begann die Fahrt. Am Grenzübergang Suben wurden wir bereits von der Spedition Kühne & Nagel erwartet, die uns beim Erstellen der Zollpapiere unterstützte. Auch der Zoll war bereits vorinformiert, so dass die Abwicklung zügig und ohne Probleme erledigt war.

Bis Rumänien verlief die Fahrt ereignis- und problemlos. Freitag Nacht kamen die THW-Kräfte in Arad an, wo sie direkt von Kräften des örtlichen Katastrophenschutzes abgeholt und betreut wurden. Gleichzeitig wurde auch noch das Fahrzeug entladen und über Nacht in der örtlichen Feuerwache abgestellt.

Nach dem Frühstück am Samstag Morgen wurden die Kräfte vom Leiter des örtlichen Katastrophenschutzes zu einer Besprechung mit anschließender Besichtigung der Feuerwehr-Leitstelle und der Feuerwache empfangen. Gegen 10:30 Uhr begann die Heimfahrt, welche glücklicherweise ebenfalls ereignis- und problemlos verlief.

An den Landesverband konnte – zwei Tage vor Plan – am Sonntag, dem 21. Mai 2006, gegen 17:30 Uhr „Einsatzende“ gemeldet werden.

Dieser erste internationale Gefahrgut-Straßentransport kann als voller Erfolg verbucht werden. Der reibungslose und zügige Ablauf ist auf das gute Zusammenwirken zahlreicher Stellen im In- und Ausland zurückzuführen.

Wir – die beiden Fahrer – möchten uns ganz herzlich bei folgenden Personen bzw. Stellen bedanken:

- Beim THW-Landesverband Bayern für das Vertrauen und die Erteilung des Auftrags,
- beim Sachbearbeiter-Einsatz des Landesverbandes Bayern, Rainer Hirschfeld, der rund um die Uhr für uns telefonisch erreichbar war, 
- bei der THW-Geschäftsstelle Ingolstadt, insbesondere beim Sachbearbeiter Einsatz Klaus Labitzke, für die logistische Unterstützung im Vorfeld des Einsatzes, 
- beim Ortsverband Pfaffenhofen (Ilm), insbesondere beim Gruppenführer der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen Florian Rothmeier, der uns freundlicherweise „seinen“ LKW überlassen und nochmals auf Herz und Nieren geprüft hatte, 
- bei Herrn Klaus Oprée vom BBK, der als Lagerverwalter die Ausgabe, Verladung, Bezettelung und Erstellung der Lieferpapiere organisierte, 
- bei der Geschäftsstelle Mühldorf, inbesondere beim Sachbearbeiter-Einsatz Andreas Wageneder, für die materielle Unterstützung, aber auch für das Frühstück am Sonntag morgen in der Geschäftsstelle Mühldorf. Nicht zu vergessen, der Bürosachbearbeiter-Ausstattung, Christioph Brams, und sein Kollege und Gerätehandwerker Reinhard Stanzel, die uns den Altöttinger Anhänger zuführten und beim Verladen unterstützten, 
- bei Herrn BPG-Ausland, Theo Lingens, der uns bei Detailfragen zum Gefahrgutrecht fachlich zur Seite stand, 
- beim Ortsbeauftragten für Passau, Herrn Erich Rehaber, der in Zusammenarbeit mit seinem Arbeitgeber, der Spedition Kühne & Nagel, die Zollformalitäten für uns organisierte und abwickelte, 
- beim deutschen Zoll für die schnelle und unbürokratische Abwicklung am Grenzübergang Suben, 
- bei der Operationszentrale der THW-Leitung und beim Gemeinsamen Lagezentrum von Bund und Ländern beim BBK (GMLZ), welche uns im Hintergrund logistisch unterstützten sowie 
- beim Lagezentrum der Europäischen Kommission (MIC) in Brüssel, welches für uns die ausländischen Grenzstellen bzw. Regierungen von unserem Auftrag unterrichteten, so dass dadurch erst ein reibungsloser und zügiger Einsatz möglich wurde.

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(Fotos: THW, BBK)







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