THW Erlangen im Katastrophengebiet Südasien

Technischer ZugTHW Erlangen im Katastrophengebiet SüdasienAm 26. Dezember 2004 ereignete sich ein schweres Seebeben vor der Küste Thailands. Die Erschütterung war so stark, dass sie einen vernichtenden Tsunami hervorrief, der große Gebiete Südostasiens verwüstete. Betroffen waren vor allem die Länder Indonesien, Thailand, Sri Lanka und die Malediven. Tausende Menschen erlitten den Tod.

Bereits kurz nach dem verheerenden Unglück erreichten die Bundesregierung Anfragen aus der Region, die um Hilfe baten. Wie schon bei früheren Unglücken - das Erdbeben in der iranischen Stadt Bam jährte sich gerade zum ersten Mal - war die Trinkwasserversorgung in den überschwemmten Gebieten zusammengebrochen.

Brunnensanierung in Sri Lanka

Schon 24 Stunden später wurde die Schnell-Einsatz-Einheit-Wasserversorgung-Ausland (SEEWA) auf den Plan gerufen. Eines ihrer Mitglieder ist Ludwig Distler vom THW Erlangen. Er hatte sich bereits bei zahlreichen Auslandseinsätzen - unter anderem in Bam - bewährt und brach noch am Abend des 27. Dezembers in Richtung Sri Lanka auf. Dort traf er mit 17 anderen THW-Helfern aus dem gesamten Bundesgebiet in der Hauptstadt Colombo ein; seit dem 29. Dezember ist er in der von der Flut am stärksten betroffenen Stadt Galle im Einsatz.

Der Schwerpunkt der Tätigkeit in Sri Lanka steht unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe". Die Bevölkerung bezieht dort ihr Trinkwasser aus Brunnen, die durch die Flut mit Meerwasser überschwemmt wurden. Mit Hilfe von Hochdruckreinigern und Pumpen werden nun Schmutz und Salzwasser aus den mehrere Meter tiefen Quellen entfernt, so dass frisches Süßwasser nachfliessen kann. Bisher (Stand: 6. Januar 2005) wurden rund 52 Brunnen gereinigt und können wieder benutzt werden.

Daneben werden in Galle mehrere Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) betrieben, die pro Tag 225.000 Liter Wasser aufbereiten können. Das THW versorgt damit rund 4.000 Menschen, die sich in einer Schule und einem nahe gelegenen Krankenhaus befinden. Die verwendeten Anlagen vom Typ "Berkefeld" arbeiten mit Aktivkohlefiltern, die große Mengen Schmutz aufnehmen können. Eine anschließende Chlorierung verhindert das Entstehen und Ausbreiten von Keimen. Das produzierte Trinkwasser wird laufend durch ein mitgeführtes Labor kontrolliert. Es entspricht deutschen Standards.

Trinkwasseraufbereitung auf den Malediven

Drei weitere Erlanger Spezialisten flogen am 29. Dezember in Richtung Malediven. Auf den Atollen Meemu und Thaa arbeiten Stefan Biermann, Sven Mertens und Andreas Winterbauer zusammen mit 21 weiteren THW-Kräften daran, die Wasserversorgung wieder herzustellen. Dies erwies sich anfangs als schwierig; denn anders als auf Sri Lanka gibt es auf den Inseln wegen der geologischen Situation keine Brunnen. Das Wasser wurde bisher als Regenwasser in großen Plastikbehältern gesammelt, die jedoch durch die Flut zerstört wurden.

Die Bevölkerung ist daher besonders auf frisches Trinkwasser angewiesen. Mit Hilfe von vier TWA werden zur Zeit ca. 30.000 Liter am Tag aufbereitet. Im Gegensatz zu den auf Sri Lanka eingesetzten Filteranlagen arbeiten die auf den Malediven verwendeten Geräte nach dem Umkehrosmoseprinzip. Damit kann auch salzhaltiges Meerwasser als Rohwasser zugeführt werden. Das so produzierte Trinkwasser wird mit Booten auf die einzelnen Inseln verbracht.

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(Fotos: THW)







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